Angepinnt Jura schaltet sich einfach aus

    • Der Strom wird nicht das Problem sein, der ist unter 100mA. Das Ein- und Ausschalten wird die Dioden schädigen. Durch die ineffizienten Netzteile (klassischer Trafo, Gleichrichtung, Glättung) gab es Hochrechnungen und damit die Erkenntnis, dass dort viel Energie eingespart werden kann. Heutige Netzteile brauchen im eingesteckten Zustand weit unter einem Watt. Jura hat die Sache mit dem 0W Schalter gelöst, dadurch werden die Dioden durch häufiges Schalten mehr belastet, als wenn es dauerhaft durchlaufen würde. Stichwort Transienten mehr ist zu diesem Thema nicht zu diskutieren.
      Wer mich unbedingt privat kontaktieren möchte:
      Tobias.L-Komtra_Forum@directbox.com
      Allgemeine Fragen ins Forum, ich bin kein persönlicher Seelsorger, für Kaffeevollautomaten.
    • Was soll denn die höhere Strombelastbarkeit bringen? Die obendrauf zu löten ist nicht professionell.

      Ein erhöhter Stromimpuls, beim Einschalten, wenn der Kondensator geladen wird, ist für die Dioden eher zu verkraften als hohe Spannungsspitzen. Deswegen habe ich den Fachbegriff Transienten erwähnt.
      Wer mich unbedingt privat kontaktieren möchte:
      Tobias.L-Komtra_Forum@directbox.com
      Allgemeine Fragen ins Forum, ich bin kein persönlicher Seelsorger, für Kaffeevollautomaten.
    • Hallo Tobias,
      ich habe wirklich Hochachtung, vor dem, was Du in den KVA-Foren leistest und an Wissen und Erfahrung einbringst!
      Mit allem Respekt, aber ich denke hier liegst Du falsch.
      Von der 10 Volt Seite sehe ich keine Ursache für Spannungsüberhöhungen durch Transienten.
      Bleibt also nur die Primärseite des Trafos.
      Was von dort kommt, wird mit dem Übersetzungsverhältnis 15,5 / 9 des Trafos auch auf der 23 Volt-Versorgungsspannung auftreten.
      Dort sitzen die 1N5401 mit einer Spitzensperrspannung von 100 V. Wenn es ein Problem mit Spannungsüberhöhungen durch Transientevorgänge gäbe, dann würde die 1N5401 als erstes sterben.
      Ich tippe weiterhin auf Schäden an den 1N4004 durch Stromüberhöhungen durch Transiente beim Einschalten.
      Schau mal in die Datenblätter der beiden Dioden nach den Werten für den Stoßstrom und das Grenzlastintegral.
      Grüße TeKa
    • Heini-22 schrieb:

      Hallo zusammen,
      die J9.3 eines bekannten hat auch das Problem das sie immer wieder ausgeht. Ich nehme stark an, dass es sich um das gleiche Problem handelt, wie bei den anderen Juras hier. Hat da schonmal jemand bei den Typ auch diesen Fehler gehabt?
      Wäre dankbar über eine Rückmeldung.
      So, heute die Dioden gewechselt. Maschine ist nun seit ca. 5 Stunden in Betrieb, einige Kaffee in der Zeit gezogen, Maschine entkalkt. Bisher bleibt sie an. Toi toi toi, hoffe das es so bleibt.
    • Ich habe ähnliche Probleme mit einer Impressa Xs9 Classic. Genaues Alter unbekannt, müssten 12-18 Jahre sein.

      Problem: Maschine bleibt ab und zu „hängen“: beim Einschalten blinkt die rote LED, aber es geht nicht weiter – der Jura Schriftzug kommt nicht im Display. Mehrfache Versuche helfen nicht. Bei Versuch irgendwann später geht sie wieder ohne Probleme. Keine Zusammenhänge mit warm/kalt o. dgl. zu erkennen.

      Mindestens 2 mal ist die Brüheinheit nicht auf Ruhestellung gefahren, die Schublade konnte nicht rausgezogen werden. Nach mehrfachem Ein/Ausschalten fährt sie irgendwann wieder zurück.

      Bei meinen Tests hat sie bis auf ein Mal immer funktioniert, da hatte ich leider noch keine Messungen laufen.

      Nach vielfachen Berichten im Forum über Probleme bei der Stromversorgung (Gleichrichter, Elkos) Messungen an den 12 V und 24 V, sowohl AC wie DC seitig. Check der 1N4004 mit Diodentest zeigt normale Werte, 2200 µF Elkos (nicht ausgebaut) zeigen ca. 2000 µF. Ich habe schließlich die 1N4004 dennoch gewechselt, keine Änderung bei den folgend beschriebenen Messungen erkennbar.

      Messung mit Multimeter und Oszi mit Datenaufzeichnung und anschließender Auswertung, v.a. an den 12 V, die auch für die Logikversorgung verwendet werden.

      In Ruhe (eingeschaltet, aufgeheizt) liegt AC bei 9.8-9.9 V, DC bei 11.6 V. Wg. Verdacht auf erhöhten Innenwiderstand der Elkos: Brummspannung 100 Hz auf DC: +/-0.3 V. Das scheint mir eher hoch, aber nicht kritisch.

      Alle 1-2 min sehe ich auf AC kurze Spannungseinbrüche (Zuschalten von irgendwas, keine Geräusche) auf 9.5 V. Auf DC kurz runter auf 11 V.

      Beim Kaffeebezug stärkere Einbrüche: auf AC 2x auf 8.3 V, davon einer ca. 1 sek lang. Auf DC bis auf 10 und 9.4 V, die Minimalspannungsauswertung zeigt 9.1 und 8.7 V (wegen höherfrequenten Störungen, die durch den Messaufbau reinkommen, etwas tiefer als real). Mit dem Multimeter sind die kurzen Einbrüche zu sehen, ist aber zu langsam, um die tatsächlichen Minimalwerte zu zeigen.

      Der 7805 Spannungsregler für die Logik sollte ab 7 V funktionieren, da liegen die gemessenen Minimalwerte noch einiges drüber. Es könnte allerdings schon sein, dass in anderen Betriebszuständen noch stärkere Einbrüche auftreten, die bei ungünstigen Umständen (z.B. Netzspannung niedriger als normal) dann zum kurzzeitigen Absinken der 5 V führen und zu Hängern in der Logik.

      Ich habe dann noch die Elkos gewechselt, um evtl. erhöhten Innenwiderstand auszuschalten. Es war danach aber kein Unterschied feststellbar, die Brummspannung hat sich nicht verändert, die Spannungseinbrüche haben etwa dieselbe Tiefe und Dauer. Damit dürften Gleichrichter und Elkos nicht ursächlich für die Probleme sein.

      Soweit meine bisherigen Tests und Erkenntnisse. Habe ich da noch was übersehen, gibt es andere Rückschlüsse beim beschriebenen Verhalten?

      Danke schon mal, Thomas
    • Sehr viel Text und mit Kanonen auf Spatzen geschossen, wenn man die Ausrüstung hat, dann kann und will man sie auch nutzen...

      Die XS9 Classic ist wie die S9 OT LE aufgebaut, die hat im Standby ein Kondensatornetzteil, habe ich auf der ersten Seite schon erwähnt. Es gibt zwei Kapazitäten, 100nF im Standby plus 150nF wenn sie ein ist. Die 50V gehen auf einen obskuren PWM IC, der das Display versorgt, um sie ein und aus zu schalten. Diesen Kunstgriff musste Jura/Eugster wegen EU Vorgaben machen. Ich will gar nicht wissen warum/wieso soviel Aufwand betrieben wurde, das einfachste nicht erkannt wurde. Soll nicht herablassend sein, gab hier schon so manchen, der durch meine Art sich auf den Schlips getreten gefühlt hat.
      Wenn du so eine Ausrüstung hast, dann erwarte ich hinterher die Werte der beiden Folienkondensatoren.
      Wer mich unbedingt privat kontaktieren möchte:
      Tobias.L-Komtra_Forum@directbox.com
      Allgemeine Fragen ins Forum, ich bin kein persönlicher Seelsorger, für Kaffeevollautomaten.
    • Hallo Tobias,

      danke für deine schnelle Antwort. Mit deinen Spitzen komme ich schon klar :-). Das Kondensatornetzteil ist vermutlich jenes das bei ausgeschalteter Maschine diese einschaltet und sitzt auf der unteren kleinen Platine mit Kühlkörper. Dort habe ich 2 größere Kond. gefunden: C10 hat lt. Messung 85 nF (Aufdruck: keine Kapazität gefunden), C11 hat 185 nF (Aufdruck 0.15 µF), beides X2 MKT. Demnach scheinen die beiden ok zu sein.

      Ich kenne die Schaltung zu wenig um hier weiter zu kommen. Hast du noch einen Rat wonach ich schauen sollte?

      Danke, Thomas
    • Auch wenn die Werte gut aussehen, ich würde die beiden Folienkondensatoren ersetzen. Einen passenden 100nF zu finden/bekommen ist schwierig. Ich habe immer welche bei Mouser bestellt, wenn ich noch andere, exklusive Bauteile brauchte. Kannst mir privat (Mail steht in der Signatur, Desktopansicht verwenden) schreiben, kann dir zwei passende per Brief zukommen lassen.
      Wer mich unbedingt privat kontaktieren möchte:
      Tobias.L-Komtra_Forum@directbox.com
      Allgemeine Fragen ins Forum, ich bin kein persönlicher Seelsorger, für Kaffeevollautomaten.
      INFO-VIDEO

    Hilfe zur selbstständigen Reparatur von Kaffeevollautomaten (Jura, Delonghi, Siemens u.v.m.)