Bosch VeroAroma 700 TES60759DE - Meldung: Spannung zu hoch oder zu niedrig

    Diese Webseite verwendet Cookies. Durch Weiternutzung dieser Webseite erklären Sie sich hiermit einverstanden. Nähere Informationen zu Cookies und Ihrer Widerspruchsmöglichkeit, entnehmen Sie unserer Datenschutzerklärung.

    • Bosch VeroAroma 700 TES60759DE - Meldung: Spannung zu hoch oder zu niedrig

      Hersteller: Bosch | Typ-/Modell: VeroAroma 700 TES60759DE | ca. Baujahr: 2016

      Hallo liebes Forum,
      Ich habe hier eine Bosch Vero Aroma die ca 4 Jahre alt ist. Und sie will einfach nicht laufen.
      Beim starten von dem Entkalkungpeogramm zeigt die Maschine die Meldung: Spannung zu hoch oder zu niedrig. Ich habe mir bereits die Platine angeschaut und konnte keine Auffälligkeiten erkennen.
      Habt ihr vielleicht eine Idee voran es liegen könnte? Die Maschine wurde bereits an verschiedenen Steckdosen und Häusern getestet :(

      Mechanische Kentnisse vorhanden: JA | Elektrische Kentnisse vorhanden: NEIN | Messgerät vorhanden: NEIN
    • Tobias.L schrieb:

      ... der Defekt scheint sich reparieren zu lassen. ...für den Laien ist es nichts und es liegt nicht an der Spannungsversorgung...
      Ou, lass uns bitte nicht im Dunkeln... bekomme nächstens eine ähnliche Maschine (Siemens EQ.6) aus der Großfamilie, mit dem gleichen Fehler. Bin für jeden Hinweis dankbar, der mich auf die richtige Fährte bringt. Die offensichtlich für den osteuropäischen Markt gedachte Maschine kann aber kein Deutsch - im Englischen ist's wohl (edit) "High or Low voltage" o.ä. - ich habe es mir nur erzählen lassen.

      Mein Orakel geht allerdings schon in Richtung interne Stromversorgung: Nicht die Netzspannung wäre fehlerhaft, sondern die interne Prüfung derselben, oder es gibt ein Problem im Netzteil.

      Dieser Thread ist der erste Lichtblick beim Suchen - User mit dem gleichen Problem habe ich Dutzende gefunden... aber keine Lösung.

      Ich habe selbst eine EQ.6, aber dank zugekaufter Garantieverlängerung auf 5 Jahre passiert bei der Maschine natürlich nichts. :D
    • Ich werde mir den Schrotthaufen am Wochenende nochmal angucken bzw messen. Die getauschten Folienkondensatoren waren nicht der Übeltäter, die kommen in Zukunft vielleicht in Betracht, wenn etwas mit dem Mahlwerk nicht stimmt. Man kann auch sehr bescheiden im Betrieb messen, weil soviel Kabel an der Platine gesteckt sind.

      Bei Jura/Nivona Geräten liegt es meistens am Netzteil IC, den Gleichrichterdioden oder den Folienkondensatoren. Aber da die Bosch/Siemens noch an geht und bleibt ist es schon sehr misteriös.
    • Ich habe mich nun sehr intensiv mit der Platine befasst und bauche jemanden, der eine ganze Maschine hat, ansonsten komme ich nicht weiter.

      Es ist schon gruselig was da zusammengebaut wurde, es gibt keine Sicherung sondern nur Leiterbahnen und Halbleiter, die bei einem Kurzschluss die Maschine aus schalten und ausgeschaltet lassen. Der Ansatz nur einen Gleichrichter für das Mahlwerk und Netzteil zu verwenden ist schonmal suspekt aber es spart Platz und Geld.

      Das Netzteil erzeugt stabile 5V und schwankende 14V, wenn man die noch belastet bricht es auch mal auf 1V und weniger ein ?(

      Ich habe mit zwei Netzteilen die 5V und 14V eingespeist und die Meldung bleibt oder kommt trotzdem. Mehr als 15V wollte ich nicht einspeisen, wer weiß wie hoch die maximal sein darf, deswegen brauche ich was ganzes.

      Die Platine kann man ohne die weiße Wanne einbauen und dann auf der Rückseite die Spannung messen, sollte ein Profi und kein Laie machen!

      Bis ich bei Mouser bestelle dauert es wieder, ansonsten häte ich noch den Netzteil IC gewechselt. 30€ Versand sind mir aber für ein Bauteil und die Maschine zu teuer! Vielleicht will sich ja noch jemand beteiligen?
    • Zumindest etwas Licht im Tunnel. Danke für die bisherigen Berichte.
      Die kaputte Maschine ist inzwischen hier. Man hört nach dem Einschalten das kleine leise Motorschnarren (was ist das eigentlich, ein Motorventil?), aber die Brühgruppe fährt nicht - dann kommt bereits die Meldung. Ich muss das Timing mal vergleichen.

      Meine intakte Maschine mag ich nicht aufschrauben, wegen der Zusatzgarantie will ich da lieber nichts verpfriemeln.

      Sprichst Du bei "einem Gleichrichter" vom Primärgleichrichter (-> 300V=)? Beim Brückengleichrichter kann auch mal eine Diode wegbrechen -> Halbwellenbetrieb.
      Für die Elektronik dürfte doch in jedem Fall ein Schaltnetzteil verbaut sein, dem wäre das egal. Aber was wollen Mahlwerk und Brühgruppenmotor eigentlich?

      Da bin ich aber selbst gespannt drauf. Ich denke, ich schaffe es aber vor Sonntag nicht näher dort hineinzusehen. Der Garten will leider auch ganze Arbeit derzeit von mir ...
    • Gewisse Sachen setzte ich einfach voraus, wie ein klassisches Netzteil aufgebaut ist und deren Funktionsweise. Ein Schaltnetzteil sollte in groben Zügen auch verstanden sein.

      Von dem Schaltnetzteil IC gibt es auch einen Schaltplan, im Datenblatt. Es wird aber vom Referenzdesign abgewichen.

      Ich mache mir auch nicht die Mühe alles mit Fotos zu dokumentieren, weil hier groß kein anderer 'Profi/Experte' unterwegs ist der sagt: Das muss gewechselt werden und geht häufig kaputt. An der Elektronik repariert kaum noch jemand selber etwas, geschweige denn irgendwelche Fachbetriebe, da heißt es dann die Haftung will man nicht übernehmen und es kommt eine neue Platine rein, Ende der Geschichte. Früher wurden bei den alten Saeco Magic Kisten noch der Transistor und Z Diode gewechselt, wenn der Antrieb sich langsam gedreht hat.

      Mehr als ein Wartung (Reinigung) bietet eh kaum wer an. Ist das Mahlwerk oder was anderes größeres kaputt, heißt es auch das lohnt nicht oder einschicken.

      Wie gesagt die Spannung muss man bei geöffneter Maschine messen, wenn die Platine aus der weißen Wanne ausgebaut ist, dann kommt man 'prima' an die Kondensatoren, zum messen.

      Trotzdem danke für deine Bemühungen. Am Anfang hörst du das elektrische Keramikventil, dann heizt die Heizung und zischt etwas, dann bewegt sich die BG und es wird gespült.
    • Ich hatte ja bislang keine Bemühungen... Ich bin kein Kaffeemaschinenexperte, ich kenne bislang nur Saeco und ein bisschen Jura, aber wie Schaltnetzteile aufgebaut sind und konventionelle, das weiß ich zur Genüge. Und wie oft vom sog. Referenzdesign abgewichen wird. Nur ohne Bilder, Schaltpläne und Messwerte bin ich halt schnell am Ende. Anscheinend gibt es da nix für den Privatmann. Das musst DU nicht ersetzen.
      Mangelnde Leistung durch Halbwelle beim Primärglätten kenne ich aus eigener Praxis, auch wie halbtote Elkos aussehen und sich anfühlen. Lässt sich beides super oszillografieren oder ausmessen. In der Richtung werde ich als erstes suchen.
      Aktuell sieht es jedoch nicht danach aus. Der Fehler erscheint gehäuft bei warmer Maschine. Nach zwei Tagen Ruhe lief sie deutlich "runder". Hier wie bei meiner fährt nach 5s (in der das Keramikventil schnurrt) die Brühgruppe (vermutlich, weil kaum was anderes Sinn macht) in Brühstellung, dann wird geheizt und gespült und anschließend Brühgruppe zurückgefahren. Erst beim folgenden Ausschalten kam die Fehlermeldung, worauf das Abschaltprogramm aufhörte (Maschine schaltete nicht ab). Immerhin konnte ich die Maschine endlich reinigen, weil die Brühgruppe in Grundstellung war. Danach klappte das Ein- und Ausschalten noch besser. Erst nach dem dritten Einschalten erschien die Fehlermeldung recht bald nach dem Einschalten und die Maschine war tot. Netzspannung war aktuell 236V - aber es wäre mein erstes Netzteil, was daran Anstoß nähme.
      Wie auch immer: nach einem dauerdefekten Teil sieht das nicht aus. Eher ein thermischer Effekt. Wenn Du die Primärelkos (was ich als Folienkondensator interpretierte) schon getauscht hast, kann es daran nicht liegen.
      Ungeklärt bleibt: Was veranlasst den Prozessor, die Meldung anzuzeigen und anschließend den Dienst zu quittieren? Liefert das Netzteil-IC so eine Art "power good"-Signal?
      Kannst Du mir den Netzteil-IC-Typ nennen?
    • Es ist ein TOP256 im Y Package und der PIN 1 bzw V ist für Über-/Unterspannung zuständig/kann dafür verwendet werden, dann sollte er aber aus gehen.

      Die Folienkondensatoren waren doch von dem Netzfilter, da es keinen Schaltplan gibt und die Platine zweilagig ist kann man die Verbindungen schlecht verfolgen, die THT Bauteile wollte ich jetzt nicht großflächig ablöten.

      Mir hat auch 'jemand' aus dem Forum eine Siemens EQ7 Service Anleitung zu kommen lassen und dort ist die Über und Unterspannung erwähnt, es wird anscheinend die primäre Wechselspannung gemessen.

      Du kannst mir gerne eine Konversation schreiben, dann kann man sich auch direkt austauschen, was man gemacht hat und welche Möglichkeiten noch offen sind.
    • So ich habe an dem Trümmerhaufen nochmal rumgewerkelt und den Gleichrichter ersetzt, jetzt bricht die Spannung, unter Belastung, nicht mehr so stark ein (13,8V), die Meldung kommt trotzdem, nach einer gewissen Zeit.

      Jetzt bleibt noch der Netzteil IC als solches zu wechseln. Die Schaltung ist mir einfach nur suspekt, es scheint keinen Optokoppler für das Netzteil zu geben. Die auf der Platine vorhanden sind, sind eher für die Triacs der Heizung und Pumpe bestimmt. Der Netzteil IC hat an Pin 1 eine OVP/UVP Beschaltung.

      Falls jemand etwas von Mouser haben möchte oder sich an den Kosten beteiligen möchte, bitte melden, wegen einem Teil bestelle ich nicht.
    • Tobias.L schrieb:

      ... habe an dem Trümmerhaufen nochmal rumgewerkelt und den Gleichrichter ersetzt, jetzt bricht die Spannung, unter Belastung, nicht mehr so stark ein (13,8V), die Meldung kommt trotzdem, nach einer gewissen Zeit.
      Ja, Mouser, das ist so ein Thema für den armen Privatmann. Wenn ich wüsste, woran es liegt, bin ich dabei.
      Inzwischen habe ich (ich bin neu mit BSH-Geräten) den Servicemodus gefunden und den Fehlerspeicher ausgelesen. Die fragliche Maschine meldet 107 over- und 0 undervoltages. Bei meiner ist alles clean, bis auf 107 Keramikventilfehler. Aufgefallen war mir noch nie was. Das besagte Buch müsste man für die EQ.6 haben, in der EQ.7 ist doch einiges anders. Ich bleibe dran...
    • Nun hab ich das Mainboard doch noch aus der Maschine geschält. Optisch alles i.O.
      Wenn die Maschine gezielt nach Über- oder Unterspannung unterscheiden kann, dann muss sie das irgendwie messen können. Und siehe da: am Primärelko hängt ein Spannungsteiler 2x470k (4703) und 11,8k (08C), ein kleiner Puffer-C, und vom Teilpunkt per 4,7k (472) an Pin48 des Prozessors. Ich wette, das ist ein Analogport, und eine Routine überwacht so die Spannung. Wenn ich richtig gerechnet habe, gibt es bei 235V primär um die 330V gleichgerichtet und damit etwa 4,0V am Port. Blöderweise ist der Niederspannungsteil nicht galvanisch getrennt und ich habe keinen Trenntrafo zur Hand (was auch das Oszillografieren unmöglich macht). Aber in der nächsten Sitzung geht das MB fliegend (ohne die weiße Wanne) an die Maschine und dann schaue ich mir mal den Spannungsverlauf an. Wenn es hier eine thermische oder anderweitige Drift nach unten um die beiden 470k gibt, dürfte der Pegel entsprechend ansteigen und einen Fehlalarm produzieren. Das sollte dann aber zu sehen sein und wann etwa die Meldung kommt.
      Nach dieser Theorie wäre das Schaltnetzteil-IC aus dem Rennen.
      Interessant, dass der Gleichrichtertausch eine Spannungsverbesserung gebracht hat. Da mein Kandidat ja aus dem Kalten die ersten drei Minuten etwa störungsfrei läuft, inkl. aller Bewegungen, glaube ich wie gesagt weniger an ein Problem mit der Versorgung allgemein.

      edit:

      Tobias.L schrieb:

      ... Früher wurden bei den alten Saeco Magic Kisten noch der Transistor und Z Diode gewechselt, wenn der Antrieb sich langsam gedreht hat.
      Das habe ich etwa vor Jahresfrist noch bei einer Saeco Royal Professional gemacht ...

      edit2:
      Ich las gerade von einem User in einem anderen Forum, dass er seine Maschine erfolgreich und reproduzierbar vor der Fehlermeldung bewahren kann, wenn er an der gleichen Steckdose zeitgleich einen Toaster betreibt. Die Maschine scheint in der Tat recht genau die Primärspannung messen zu können (indirekt nach der Gleichrichtung) und sehr sensibel auf Überschreitungen zu reagieren.

      Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von Pfriemler ()

    • Hier sind sie:
      Endlich weiß ich, wozu ich den alten Stelltrafo aus DDR-Zeiten aufgehoben habe: Mit ihm kann ich die Netzspannung aktuell zwischen 215 und etwas über 300 V variieren (gedacht waren die Dinger dafür, die teils desaströse Unterspannung für einen ungestörten Fernsehempfang zu kompensieren, daher der Stellbereich...)

      Bei 231 VAC primär messe ich 312 VDC am Elko und 4,552V am Spannungsteiler (die Messgeräteimpedanz ist im Vergleich zum "Fuß" des Teilers von 11,8 kOhm vernachlässigbar). Das ist nach meiner Berechnung. des internen Spannungsteilers 17% zu viel. Wie auch immer: Bei dieser Spannung erscheint keine Überspannungsmeldung, bzw. sie verschwindet auch im laufenden Betrieb nach ca 20 Sekunden wieder!
      Bei 237 VAC erscheint nach wenigen Sekunden die Fehlermeldung. Am Spannungsteiler habe ich dann 4,683V gemessen.

      Da der hochspannungsseitige Serienwiderstand des Teilers (2x470k) recht offen im Bereich des Primärelkos liegt und dessen Minus mit dem Prozessorminus identisch ist, sehe ich gute Chancen, an dieser Stelle einen Widerstand zu setzen (elektrisch parallel zum 11,8k), der das Verhältnis wieder gerade rückt bzw. zumindest soweit verändert, dass Spannungen bis 242-245 V primärseitig tatsächlich toleriert werden. Den genauen Wert werde ich heute oder morgen zu Hause mit der Dekade ausmetern, ebenso ein Versuch, die tatsächlichen Widerstandswerte mal auszumessen (derzeit gelingt das nicht wegen des Einbaus in der Schaltung), auch wenn ich dafür die Leitung mal kurz auftrennen muss auf der Platine. Anschließend steht ein Dauertest aus.

      ACHTUNG! NUR FÜR EXPERTEN! LEBENSGEFAHR!
      Die Lage meiner Messpunkte des Spannungsteilers. Rechts der Primärelko mit Minus (Achtung! >300V im Betrieb), links die die Durchkontaktierung des Pfads nach den 2x470k auf der anderen Platinenseite und ein vorhandener Lötpunkt für die Drähte für das Messgerät. Stromlos anklemmen und einstellen und dann Abstand halten!
      Bilder
      • 20190415_111332_fourmK.jpg

        103,49 kB, 1.008×567, 63 mal angesehen

    • Hallo,
      gibt es etwas neues zu berichten?

      Habe eine Siemens EQ6 ( baugleich zur Bosch ) mit dem gleichen Fehlerbild. Es scheint tatsächlich so zu sein, dass die Maschine die Eingangsspannung penibelst genau überwacht. Mir fiel das jetzt vor ein paar Wochen auf, als die Maschine diese Fehlermeldung ( Spannung zu hoch oder zu niedrig ) brachte.
      Darauf hin habe ich gleich mal die Eingangsspannung an der Steckdose gemessen, und siehe da: Mein Energieversorger lieferte mir in der Spitze 248,4VAC. Vor kurzem ging bei uns ein Windpark ans Netz. Und die letzten Jahre immer wieder hier und da 2-3 Windräder. An diesem Tag war es relativ windig. Als der Wind nachgelassen hatte, sank auch die Spannung immer weiter ab, bis sie unter 240V lag. Und schon ging Die Maschine wieder. Abends wurde es wieder etwas windig, die Spannung an der Steckdose lag bei 243V, und es kam die Fehlermeldung. Am nächsten Morgen war es windstill, Spannung 231- 236V, Die Maschine funktionierte.

      Wäre toll wenn Pfriemler das mit dem Spannungsteiler mal ausloten könnte, welchen Widerstand man da jetzt ändern sollte, damit die Spannungsüberwachung auch mit 250Volt funktioniert.

      250V würde ich schon veranschlagen.
      Früher war das Stromnetz bei 220V und einer Toleranz von 5%. D.h. es durften maximal 231V an der Steckdose ankommen.
      Mittlerweile ist das Stromnetz bei 230V und 10% Toleranz. D.h. es dürfen maximal 253V ankommen.

      Bedingt durch das EEG, ist in Zukunft von einer "erhöhten Grundspannung" auszugehen
    • Ich bin gerade privat extrem beansprucht und wollte in den nächsten Tagen einen "Abschlussbericht" schreiben, wenn ich wieder etwas mehr Zeit habe, im Stile einer Anleitung vielleicht sogar.
      Nun doch vorweg ein paar Infos. Vielleicht kann man die Erfahrungen später bündeln.

      a) Bei konstanten 239V (sichere Auslösung des Fehlers bei mir) habe ich mithilfe einer Widerstandsdekade parallel zum Messpunkt (11,8k) wie angekündigt den Spannungsteiler beeinflusst. Hier zeigte sich, dass die Schaltschwelle für die Überspannungserkennung bei "meiner" Maschine bei ziemlich genau 4,65V liegt, bei 4,62V verschwindet sie wieder (wie gehabt: Fehlermeldung kommt innerhalb 5 Sekunden, benötigt aber ca 20s bis sie wieder weg ist). Das muss bei anderen Maschinen nicht so sein!
      Dieser Wert wird bei "meiner" Maschine bei 237V Netzspannung erreicht.
      Blaulichtkaffee's Überlegungen sind korrekt: Die obere Toleranzgrenze für die Netzspannung liegt bei 253V. Das "Übersetzungsverhältnis" (Teilerspannung bezogen auf Netzspannung, nicht das wirkliche Teilerverhältnis!) muss also 1,837944 % sein. Damit kann man die Spannung ausrechnen, die bei aktueller Netzspannung am Messpunkt anliegen müsste, bei 230V also bspw. 4,227 V. Bei meiner Maschine erreichte ich diesen Wert durch Parallelschalten von 180k.
      b) Den Teiler hatte ich zuvor aufgetrennt und konnte damit die beiden Widerstände des oberen Teilerzweigs ausmessen. Ihre Werte lagen bei "meiner" Maschine bei 430k und 432k, also fast 9% unter den nominellen 470k, zusätzlich habe ich statt 11,8k nur 11,7k gemessen. Gegenüber den korrekten Werten ist die Spannung des Teilers dann rein rechnerisch gut 8% zu hoch. "Meine" Maschine erreicht damit den sonst bei 253V Netzspannung zu erwartenden Schwellwert bereits bei 234V. Passt!
      Nach der Parallelschaltung des 180k (real 176k) liegt der Fehler bei nur noch 1,3%, die als fehlerhaft erkannte Netzspannung dann bei 249,5V. Das Restrisko lasse ich jetzt mal zu.
      c) Die Gesamtverlustleistung "meines" Teilers liegt nach der Korrektur bei errechneten 133 mW maximal (0,39mA), bezogen auf hochgerechnete 341 V Gleichspannung bei 253 V Netzspannung - das kann real etwas höher sein, ich habe es nicht riskiert.
      Auf jeden der beiden hochohmigen Widerstände entfallen weniger ca 65 mW. Das kann die Baugröße eigentlich ziemlich locker ab - thermische Effekte sind nicht zu befürchten. Die Spannung an den Angriffspunkten liegt unter 5V, die Abstände sind hinreichend groß, für mich ist eine riskante Veränderung der Maschine auf diese Weise ausgeschlossen. Freilich übernehme ich keine Garantie dafür, das Risiko muss jeder selbst tragen.

      Fazit: Ich vermute mal, die Bestücker haben evtl. versehentlich in die falsche Kiste gegriffen und statt "470k 1%" eher "470k 10%") erwischt. Es ist zu vermuten, dass die realen Widerstände oft davon abweichen. Deswegen sollte sich jeder Reparaturversuch eher nach der 4,65V Maximalspannung nach dem Teiler richten - wobei auch diese Spannung u.U. kalibriert sein kann je nach Maschine, Klarheit schafft hier nur eine Versuchsreihe nach meinem Muster. Ich würde empfehlen, Widerstände im Bereich 150k bis 470k zu probieren und Spannungen und Verhalten der Elektronik dementsprechend zu überwachen. So eine berührungsgeschützte Dekade wie ich dürften ja die wenigsten haben ...

      Anbei das Foto meines nicht sehr schönen Korrekturversuches: man sieht den Fremdkörper ("180K") sehr deutlich. Links davon sind die beiden "4703", die oberen seriellen Teilerwiderstände. An der hier linken Seite des "560" (56) liegt Bezugspunkt (GND, Minus, wie man es auch nennen mag). Man erkennt noch meine Aufteilung des Strompfades, die der Anschlussdraht des Widerstands wieder brückt.
      Der Widerstand "schwebt" ca 5mm über der Platine.

      Die Lage dieses Teilers mag bei anderen Maschinen gänzlich anders sein - das hier gilt für eine EQ.6 series 700 (TE607503).

      Viel Erfolg beim Nachstellen!

      edit: Nur nochmal zur Klarstellung: Bei der EQ.6 besteht der Messteiler aus 2x470k, angeschlossen am + der primär gleichgerichteten Netzsspannung, und einem 11,8k-Widerstand in Prozessornähe. Der Korrekturwiderstand ist elektrisch parallel zu letzterem zu setzen, nicht etwa zu den 470-k-Widerständen! Mir schien der von mir gewählte Platz am günstigsten.

      Ich habe mir in die "weiße Wanne" außerdem noch drei Löcher gebohrt, über die ich, nach Abnehmen der Seitenwand und des transparenten Feuchtigkeitsschutzes, die primäre Gleichspannung und den heruntergeteilten Wert auch noch später schnell mal nachmessen kann. Fotos folgen.

      edit2: Natürlich arbeitet die mit einem nur Cents teuren Bauteil modifizierte und inzwischen zusammengebaute Maschine jetzt ohne Fehl und Tadel. Ein "calc'n clean" und etliche Tassen sind bereits erledigt...
      Bilder
      • 20190421_222216k_Korrektur_EQ6R.jpg

        228,81 kB, 1.331×748, 92 mal angesehen

      Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von Pfriemler ()

      INFO-VIDEO

    Hilfe zur selbstständigen Reparatur von Kaffeevollautomaten (Jura, Delonghi, Siemens u.v.m.)